FÜR MEHR MENSCHLICHKEIT
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Bürgerrechtler, Künstler, Publizist

 

Zur Person

Mordka - bürgerlich Joshua Raffael Sonnenschein

 

Schon in Jugendjahren widmete er sich dem Anti-Rassismus. Mordka initiierte den Widerstand gegen das unsägliche Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913, welches 1949 kommentarlos von der Bundesrepublik Deutschland adaptiert wurde. Als Bürgerrechtler begann er Demonstrationen gegen den institutionellen Rassismus zu organisieren. Dadurch wurde man auf ihn relativ rasch in der Öffentlichkeit aufmerksam. So wurde er auch einst in den schwäbischen Bezirksvorstand der Grünen katapultiert. Allerdings als Aktivist und Frontmann in seiner oberschwäbischen Heimat, im politischen Kampf gegen das Erstarken der Republikaner und die NPD, nahmen auch Rechtsextreme und Neo-Nazis zeitgleich von ihm Notiz. Nach einigen rassistisch-motivierten Attacken, bei denen er noch einigermaßen glimpflich davonkam, hat er 1993, aus Sorge vor weiteren rechtsextremen Gewalttaten, politisches Asyl in Kanada beantragt. Als erster Deutscher der Nachkriegszeit! Und nicht ganz vergeblich. Seinen Kampf setzte er, wen wundert’s, voller Überzeugung auf fremden Boden fort. Fast fünf Jahre lang klagte er sich bis zum obersten kanadischen Bundesverfassungsgericht durch. Um schließlich 1997 mit einem 38-Tage Hungerstreik vor dem kanadischen Parlament im kanadischen Fernsehen auf die institutionelle Diskriminierung und der rechten Gewalt auf deutschen Straßen aufmerksam zu machen.

 

Die 90er

2000

Nach seiner widerwilligen Rückführung aus dem Exil bekam er 1998 prominente Unterstützung im Kampf gegen das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913, u.a. der Migrationshistoriker Prof. Klaus Bade, der Soziologe Prof. Klaus Hurrelmann, der Schriftsteller Stefan Heym, der Anführer der gesellschaftlichen Revolte‘68 Daniel Cohn-Bendit und selbst ein Nobelpreisträger wie Günter Grass ließ es sich nicht nehmen, seine Petition zu unterzeichnen. 1999 wurde schließlich das Staatsangehörigkeitsgesetz durch den ius soli (das „Geburtsrecht“) neu ergänzt, dem Bundestag vorgelegt und sogar beschlossen. Am 1.Januar 2000 trat es in Kraft. Erst seither gilt in der Bundesrepublik Deutschland überwiegend der "ius soli" (Geburtsrecht) statt wie früher nur der ius sangius („Blutsabstammung“). Erst jetzt hatten die meisten verstanden bzw. eingesehen, dass es kein deutsches Blut gibt. Zwar bleibt der ius sangius weiter spaltend nach wie vor im Bewusstsein der Menschen. Heute jedoch sind die allermeisten in Deutschland geborenen Kinder von Einwanderern automatisch auch berechtigte deutsche Staatsbürger. Seit den Anwerbungen der Bundesregierung 1955 hatten über zwei Millionen Kinder keinen glücklichen Start ins Leben. Als sogenannte „Ausländer“ im eigenen deutschen Heimatland wurden sie vollumfänglich diskriminiert.

 

2015

2015 fühlte sich Mordka genötigt, wider die hässliche Hetze der AfD sowie seine negativen Erfahrungen als Sachbearbeiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, für die Ehrenamtlichen Partei zu ergreifen. Sie in der Flüchtlingsarbeit zu unterstützen und machtpolitisch zu verstärken. Mit dem von ihm initiierten Schutzverband der Flüchtlingshelfer Unser Veto und einem deutschlandweit wahrgenommenen Ehrenamtsstreik erreichte er schließlich, dass die hunderttausenden freiwilligen Helfer in Deutschland nun auch politisch ernst genommen wurden. Aufgrund seiner Initiative und bestechender interkulturellen Expertise wurde er schließlich ins Kanzleramt eingeladen. Zur persönlichen Vorstellung der Anliegen und Forderungen von Ehrenamtlichen für Ihre Schützlinge. Unter anderem haben sie in diesem Berliner Gespräch einen alternativen Weg ("Spurwechsel") vorgestellt und mit auf den Weg gebracht, dass zukünftig nach einem negativen Bescheid, abgelehnten Asylbewerbern eine Ausbildungsduldung ermöglicht, statt dass abgeschoben wird.

 

2020

Dass er im Jahre 2020 als erfahrener Rassismus-Experte und Zeitzeuge der 90er Jahre, immer noch gefragt und gebraucht wird und deshalb sich weiterhin mit diesem Thema beschäftigen muss, zeigt deutlich wie gravierend die strukturelle Diskriminierung in unserer Gesellschaft stets verankert war und weiterhin verankert bleibt. Vernunft und Bildung können zur Überwindung von struktureller Diskriminierung beitragen. Allerdings immer nur begleitend. Gerechtigkeit können nur die Gerichte herbeiführen.  

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© Jehoshua Raffael Sonnenschein